Was bedeuten die Siegel?

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Fair Wear Foundation (FWF)

Die Fair Wear Foundation ist eine unabhängige Multistakeholderinitiative (MSI)*, an der über 80 Unternehmen (Stand 2013) beteiligt sind. Sie fordert vergleichweise weitreichende Sozialstandards. Die Kernarbeitsnormen der ILO und der Verhaltenskodex der Kampagne für saubere Kleidung werden für die gesamte Textilkette von den Unternehmen dieser Initiative anerkannt. Innerhalb von drei Jahren wird die Einhaltung dieser Standards in der gesamten Lieferkette kontrolliert und öffentlich gemacht. Mindestpreise werden garantiert und faire Beziehungen zwischen ProduzentenInnen und KonsumentenInnen gefordert. Die FWF macht keine Vorgaben bezüglich ökologischer Standards, zum umweltverträglichen Handeln wird jedoch aufgefordert.

IVN

IVN Best

IVN Best ist ein Siegel des Internationalen Verbandes der Naturtextilwirtschaft (IVN). Der IVN ist ein Zusammenschluss von rund 70 Unternehmen, die gemeinsam Richtlinien für die Herstellung von Naturtextilien und Leder erarbeitet haben. Das Siegel IVN Best garantiert international den höchsten ökologischen Standard. Alle Sozialstandards – teilweise über die ILO-Kernarbeitsnormen hinaus – werden berücksichtigt. Es werden nur Textilien gesiegelt, die zu 95% aus Naturmaterialien bestehen. Wesentliche Umwelt- und Schadstoffstandards werden berücksichtigt.

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Global Organic Textile Standard (GOTS)

Das GOTS-Siegel wird von vier weltweit agierenden Unternehmsorganisationen, darunter auch dem IVN (s.o.), in über 50 Ländern vergeben. Das Siegel verspricht hohe ökologische Standards. Die Kernarbeitsnormen der ILO werden für die Verarbeitung berücksichtigt, jedoch nicht für die Rohstoffherstellung garantiert. Kontrollen werden unter Einbeziehung von Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften durchgeführt. Kontrollen und Transparenz sind gewährleistet.

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Made-by

Made-by ist ein Zusammenschluss aus Markenfirmen, ProduzentInnen und zivilgesellschaftlichen Organisationen und Dachsiegel von 24 ModeanbieterInnen (Stand 2013). Made-by hat keinen eigenen Verhaltenskodex, gibt stattdessen sechs Sozialstandards als Richtlinie für Unternehmen an, darunter die ILO-Kernarbeitsnormen.

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Fairtrade Certified Cotton

Die World Fair Trade Organization ist ein globales Netzwerk von Organisationen des Fairen Handels mit Mitgliedern in über sechzig Ländern. Sie setzt sich für größere Gerechtigkeit im Welthandel ein. Die ILO-Kernarbeitsnormen sind Grundlage des sozialen Verhaltenskodex. Das Fairtrade-Siegel wird seit 2005 auch für Baumwolltextilien von der Fair Trade Labelling Organization (FLO) im Auftrag der Fairtrade-Initiative vergeben. Bei Textilien mit Fairtrade Certified Cotton ist die Überprüfung fairer Arbeitsbedingungen in der Baumwollproduktion garantiert, jedoch nicht in der weiteren Verarbeitung (beispielweise für die Näherinnen). Den BaumwollproduzentInnen werden faire Mindestpreise garantiert, damit die ProduzentInnen gegen Preisschwankungen auf dem Weltmarkt abgesichert sind. Umweltschutz ist ein wichtiges Kriterium im Verhaltenskodex, es werden jedoch keine verbindlichen Vorgaben gemacht. Schrittweiser Verzicht auf Pestizide und Mineraldünger sowie der Einsatz von biologischen Pflanzenschutzmaßnahmen sind erwünscht.

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Kampagne für saubere Kleidung (CCC)

Die Kampagne für saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign) ist ein europaweites Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen, das sich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der weltweiten Textil- und Kleidungsproduktion einsetzt. Die Kampagne selbst vergibt kein Siegel. Sie fordern von den Unternehmen:

  • Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen
  • Arbeitszeiten von max. 48 Stunden/Woche
  • nicht mehr als zwölf bezahlte Überstunden
  • mindestens ein freier Tag pro Woche
  • existenzsichernde Löhne
  • menschenwürdige Arbeitsbedingungen
  • sowie geregelte Beschäftigungsverhältnisse.

Die Kampagne appelliert an die Auftraggeber bzw. Einkäufer von Kleidung, Verantwortung im Bezug auf die Einhaltung der Sozialstandards in der gesamten Textilkette zu übernehmen. Eine weitere Forderung umfasst die Kontrolle der Textilkette durch eine gemeinnützige Multistakeholderinitiative (MSI)* unter Einbeziehung der beschäftigten oder deren Vertretungen vor Ort. Transparenz ist gewährleistet.

* MSI sind Partnerschaften zwischen verschiedenen Interessengruppen, die an der Produktion und dem Konsum von Textilien beteiligt sind, z.B. Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen (NRO) und Unternehmen.